Tag 5: Zwischen Harz und Heideland …

Heute morgen verwandelte sich die Ferienkinderschar in eine gut organisierte Gruppe: Aufstehen, Betten abziehen und in Beutel packen, Sachen packen und das Bad nicht vergessen, Muscheln und Strandgut in Tüten zum Mitnehmen sortieren. Frisch gebürstet gab es dann ein leckeres Frühstück. Wie ein Omelett aus 10 Eiern und zusätzlich Spaghetti mit Tomarensauce und Käse (für Lilli) samt Hefezopf in die Kinder passen, bleibt eines der großen Rätsel dieses Universums.

Nun sind wir auf großer Fahrt zurück, und Braunschweiger Fangesänge schallen von hinten, wie man im Video hört.

Dann hat Oma Radio Teddy ersetzt – mit einer Vorlesestunde ‚Der kleine Hobbit‘, Kapitel 1. Spannung pur – „Bitte lies weiter! Lilli, sei ruhig! Wir wollen zuhören!“ „Aber da ist ein Rapsfeld!“.

Das Kapitel ging exakt bis kurz vor der deutschen Grenze, bei Schleswig hatten wir den nächsten Stopp eingebaut, zum Tanken und Füße vertreten – und möglichst dabei noch etwas Neues zu lernen: Haithabu, die alte Wikingerstadt, war unser Ziel.

Wir bestaunten ein echtes Wikingerschiff, Runen und lernten echtes Hacksilber kennen, und natürlich wurde – endlich – zum Abschluss der Museumsshop geplündert. Es kamen neu zu uns eine unwiderstehliche kleine Stoffkuh namens Brownie (Felix), ein kuschliges Odinsrabenbaby namens Black (Lilli) und eine Kette mit Freyas Katze (Stella), die für Unabhängigkeit der kriegerischen Liebesgöttin stehen soll – passend für einen Pumafan.

Narürlich meldete sich der Hunger und die Schlange im offensichtlich begehrten Museumsrestaurant war in Wochenendmanier endlos lang, auch wenn die Pommes uns verlockten.

Nach erneuter ‚Raubtierfütterung‘ mit den letzten eigenen Brötchen und Käse als Alternative ging es auf die rückreiseüberfüllte Autobahn …

Und nun die guten Ratschläge zum guten Schluss, ihr Süßen 🫶 – ansonsten ward ihr alle drei Spitze:

  • Felix: Nicht immer anderen sagen was sie tun oder lassen sollen! 😂
  • Stella: Nicht ablenken lassen! 😇
  • Lilli: Nicht andere terrorisieren, wenn dir etwas nicht passt! Einfach mal die kleine Klappe halten und nicht mit Gejammer oder einer kleinen Kratzbürstigkeit punkten wollen 😉

Tag 4: Die die Gipfel stürmen

Guten Morgen, liebe Eltern! Ich nutze die Ruhe nach dem Frühstück um ein wenig zu berichten. Felix hat sein erstes Frühstück ohne Mett überlebt – und es nicht vermisst (er hat die Dose Thunfisch entdeckt!)! Es gab am Frühstücksbuffet Hefezopf, Pfannkuchen – wahlweise mit Nutella, Marmelade oder Thunfisch Füllung – und überbackene Tomaten. Lilli hat den Tuna-Pancake erfunden, garniert mit Puderzucker. Stella und Felix zogen den Fisch auf dem Hefezopf vor. Für Stella war auch noch ein wenig Räucherlachs übrig …

Nach dem gemeinsamen fröhlichen Tischabräumen gab es die Mathestunde Teil 1 als Einzelbetreung. Lilli übte sich derweil tapfer und konzentriert als Vorschulkind mit den Aufgaben auf ihrem Block.

Wohlverdient ging es mit noch rauchenden Köpfen an den Strand. Lohnenswert, denn es ließ sich im Spülsaum heute einiges entdecken.

Als der Wind stärker wurde, verzogen wir uns an die Dünen und fanden – oh Glück – einen alten nicht mehr benutzten Überweg zum Klettern. Völlig neue Aussichten für die drei Bergziegen!

So langsam regte sich nach Klettertour und 4 km Strecke der Hunger. Im Haus wurde Kartoffelgratin angesetzt, die Wartezeit verkürzte sich von selbst mit einem Apfel pro Kind und einer Runde Flip-Uno auf der Sonnenterrasse für alle.

Auch musste das Trio seine sandigen Schätze sortieren, säubern und in Beutel packen. Nebenbei hat Oma beim Kochen noch wissen wollen, was welches Kind genau gelesen hat … Spannung pur!

Im Anschluss gab es noch bei nun bedecktem Himmel einen Ausflug zum Kaufmann mit dem tollen Spielplatz und dem Hüpftrampolin. Ein ICE rundete die Sache ab, ein Vorschuss sozusagen. Das musste natürlich mit Mathe Teil 2 erarbeitet werden.

Zum Abschluss gab es Futter satt: Bratkartoffeln mit Quark und Spaghetti mit Tomatensauce wurden restlos verputzt, gepflegt an der Gabel aufgerollt und ohne jeden Tomatenrest auf den Shirts. Die Kinder waren „genudelt“. Noch eine Runde durch den abendkühlen Garten tollen und auf Ballsuche, denn der Fußball war hoffnungslos verschossen worden. Dann ging es ans knisternde Kaminfeuer und ins Land der Träume … aber halt, nicht so flink!

Die Experimentierfreude der Kids kannte keine Grenzen: „Können wir noch testen, ob das Bernstein ist?“ „Eure Steine?“ „Nein, warte!“ Und sie kamen mit dem großen bernsteinähnlichen Gebilde, das zum Anregen der Phantasie am Haus lag, herein. „Ok!“ Das Kaminfeuer diente zum Aufheizen des Schürhakens, um den typischen Geruch beim Anbrennen von Bernstein zu testen. Zisch! „Hm, nein – riecht einmal – was riecht ihr?“ „Wachs?“ Richtig, das Gebilde war eine Wachsplatte – als Überrest der Tankreinigung von Schiffen.

Das gab Anlass zur Unterhaltung am Feuer, und im Anschluss beendeten wir den Abend mit einer Vorleserunde des ‚Kleinen Hobbits‘, die zum ‚Runterkommen‘ gern angenommen wurde. Dann ab ins Bett – schon halb 10! Ups – sie schlafen schon!

Tag 3: Die sonnig mit den Zahlen kämpfen

Der Tag begann mit frisch gewaschener Wäsche, die von jedem Küken erst mal eingeräumt werden musste.

Da wir dabei waren, haben wir das mit allen Küken fortgesetzt, die nacheinander frisch geduscht aus dem Bad zum Lockenbändigen auftauchten. Selbst Lillis Lockenkopf sah liebevoll gesprayt und gebürstet vorbildlich glänzend aus. Es folgte jeweils eine Einzelrunde Mathe (Teil 1) um die Fehler vom Vorabend gedanklich aufzuarbeiten. Lilli nahm sich unterdessen nach einer Runde Fimgerfertigkeitstraining beim Mikado Spiel von ganz allein ihren Vorschulblock „weil ich ein Schulkind werde!“

Unterdessen nahm das Frühstück Formen an. Frische Brötchen, warme Pizza und Spiegelei wurden gern genommen, Thunfisch umd frisch geräucherter Lachs waren für die Mädels die Krönung. Felix hielt sich an Müsli und Kochschinken – sowie die Reste einer Mettwurst 🙂.

Nun wird die strahlende Vormittagssonne in den Dünen genutzt. Das Trio hat sich hausnah ein Phantasia Land geschaffen, in dem sie die alleinigen Weltentdecker sind … Wir hören auf den Sonnendeck liegend Wortfetzen wie „Puma, Eisland, Schule, Sommerland, … alle Nationen kommen zu uns … “

Zu Mittag ging es dann an den Strand, aber zuerst mussten die Rucksäcke, die gestern minus nasse Klamotten in die Ecke geflogen waren, neu organisiert werden. Selbst ist das Kind, wir kontrollieren bloẞ.

Zunächst ein Badetag, dann machte sich aber die Müdigkeit der beiden sonnigen Nordseeluft-Tage bemerkbar. Lilli hat sich als kleine Schildkröte zugedeckt eingerollt und hat sage und schreibe eine ganze Stunde tief verschlafen. Unsere zwei Großen waren am Wasser und vertieften das gestrige Badeerlebnis.

Dann ging es in eine aufwärmende Kuschelrunde.

Die Großen zogen mit Oma auf eine Strandwanderung mit Muschelsuche und Sepiaschalen Jagd, hier die Ausbeute!

Nach der Rückkunft vom Strand wartete die nächste Exklusiv Mathestunde auf Stella und Felix – während Lilli zum Vorschulkind wurde – , bevor es Futter gab – heute mit Chef Pâtissier Stella. Daa gleichfalls von Stella gewünschte Dorschfilet mit Kartoffeln und Quark, für Felix stattdessen Spiegelei 😜.

Nach dem reichhaltigen Futter zum Abend war noch etwas Bewegung angezeit, also machten wir uns auf zum Strand um noch einmal den endlosen Spülsaum entlang zu wandern. Eifrig wurde nach Schätzen, speziell Bernstein, gesucht. „Ist das einer? Nein? Ich war mir so sicher!“ „Warum ist der bloß so schwer zu finden?“ „Wenn es leicht wäre, wäre er nicht wertvoll …“

Trotz aller Vorsicht tapste Lilli nach km 2 komplett ins Wasser, ihre Jacke war reingefallen, Jeans und Schuhe waren pitschnass bis zur Hüfte. Uns blieb nur umzudrehen und gemütlich nach Haus zu spazieren. „Mir sind die Beine so schwer“ vertraute mir Felix an. „Das kommt von den 30 richtigen Kniebeugen, die du heute geschafft hast, die Muskeln wachsen.“ „Echt?“ Ein wenig später kam Lilliküken an: „Warum habe immer ich schwere Beine? Und warum passiert immer mir so was wie ins Wasser fallen? Das erzähle ich keinem, die lachen alle in der Kita, besonders Theo!“ „Lilli, das bleibt einfach in der Familie. Und passieren tut so etwas wenn man sehr müde wird. Weißt du noch? Du wolltest gestern partout nicht einschlafen … “ „Hrmmm!“ Nicken und eine gerunzelte kleine Stirn.

Zurück im Nest wurden noch eifrig die Zähne geschrubbt – der Akku der Elektrozahnbürste verlangt nun tägliches Aufladen – bevor es in die Lesesession ging. Für Lilli fand Kokosnuss aus dem Saurierland nach Hause, während Felix mit mir und den drei Fragezeichen etwas über Schalke 04 lernte. Stella hatte sich selbständig urgemütlich im Bett eingerollt: „Hier ist es soo schön, hier will ich wieder her! Und Lesen macht einfach soo’n Spaß!“

Gute Nacht für heute, ihr Kükchen!

Tag 2: Die mit den Wellen tanzen

Guten Morgen liebe Eltern. Lesen schon am Morgen? Na klar, wenn die kleinen Frühaufsteher auf Futterjagd von Oma erwischt werden 😅. Und auch noch eine Eintrachtgeschichte …

Nach dem leckeren Frühstück ging es an die Arbeit, mit Mathe Teil 1 wurden die Versprechen an die Schule weiter eingelöst. Was für ein Chaos der Willigen! In den kleinen Köpfen herrscht totale Mondfinsternis, was Kommasetzung, Euro und Cent anbelangt – aber wartet, wir haben Zeit 😀. Chef Lilli sorgte mit Oma in der Zeit für grünen Nachtisch heute abend.

Dann ging es an den sonnigen, warmen Strand – und der stand heute im Zeichen des Wassers. Das Trio hat die Nordsee tatkräftig und unter lautem Quietschen entdeckt, bis jede Hose komplett nass und jede Angst verflogen war. Die Fotoserie gibt einen Eindruck von unseren Salzwasserenthusiasten.

Im Basislager an den Dünen wurde dann eine Aufwärmrunde eingeläutet, mit Tik-tak-toe, Galgenraten und blindem Zeichnen im Sand. Dann regte sich nochmals der Entdeckergeist, das zweite Set Klamotten musste dran glauben.

Gegen vier Uhr ging es bepackt vom Strand, um noch dem Kaufmann mit Spielplatz einem Besuch abzustatten. Dabei staubten die Drei von der Tankstelle ein unerwartetes Eis ab, wir hingegen entdeckten geräucherten Lachs und frisches Dorschfilet.

Natürlich muss so ein Eis erarbeitet werden – Mathe Teil 2 mit Subtraktion bei Geld. Eine Katastrophe, trotz hoch bemühter Katastrophenhelfer – aber, wie gesagt, Geduld 😉. Lilli versuchte tapfer mitzuhalten und zu zeigen, dass auch sie Konzentration wie ein kleines Schulkind hat: Beharrlich bearbeitete sie die Seiten ihees Vorschulblocks, setzte sich mit Anrdgung und Kritik auseinamder, und schaffte es als kleiner Kobold trotzdem immer noch mal kurzfristig, die Geschwister abzulenken …

Dann ging es ans vorbereitete Pizzabüffet, selbstgemachte Pizza mit Belag nach Bestellung. Pilze und Schinken für Lilli, Schinken und Kartoffel für Felix und Thunfisch für Stella. Die wollte allerdings auch neugierig unsere Dorschpizza verkosten: „Der Fisch ist mega! Haben wir mehr?“

Im Anschluss servierte ‚Roboter Lilli‘ die magische Götterspeise: Sie folgte nicht der Schwerkraft …

Nach einer munteren Abendrunde samt Auslüften des überschüssigen Kalorien in Garten kam die kleine Bande gegen halb neun von allein ins Haus. Ohne Widerspruch folgten Umziehen und Zähneputzen vor der abendlichen Leserunde. Stella hat mittlerweile 100 Seiten i. Ihrem Buch „gefressen“. Felix hat eine Kuschel-Leserunde mit Oma und vielen geduldigen Korrekturen der Ungenauigkeiten beim Lesefortschritt genossen. Auf diese Weise macht es ihm offensichtlich mehr Spaß sich in eine Geschichte zu vertiefen – einfach, weil er sie mit seinen derzeitigen Lesekenntnissen so besser verfolgen kann 🙂.

Tag 1: Sonne satt am Strand!

… ging ganz gemütlich los, die Küken haben in der Kükenhöhle bis 8 Uhr geschlafen, sind warm und munter. Erstaunlich, dass sie über nichts gefallen sind, das Aufstehen muss im Halbschlaf ein nicht zu unterschätzender Balanceakt gewesen sein – Organisation gehört nicht zu den Stärken von 5-8 Jährigen Kids. Aber ins Nachbarzimmer wollte auch keiner! Stella verzog sich als Erstes erst mal entschlossen in die Dusche („Oma, wie geht die warm?“). Dies löbliche Vorhaben hatte sie schon gestern energisch angekündigt, um wieder Ordnung in die seewindzerzausten Haare zu bekommen. Das Ergebnis nach einer längeren Bürstensession kann sich sehen lassen – ;).

Tadaa – glänzende Haarfrisur

Danach haben wir gemeinsam den Tisch gedeckt („Wo gehört das Besteck hin?“) und mit Brötchen frisch aus dem Ofen, Rührei und Benimmregeln ein superleckeres Frühstück genossen, dass mit einem Apfel gekrönt wurde.

Stella und Lilli wurden dabei als Kaninchen von Felix gefüttert. Dann zog es die Bande nach draußen in die Dünen.

Im Anschluss winkte die erste Lerneinheit im exklusiven Einzelunterricht auf der sonnigen Terrasse („Du musst 3 Euro 41 bezahlen, hast aber 5 Euro. Wieviel musst du zurück bekommen?“).

Im Anschluss ging es an den Strand, zur schönsten Zeit des Tages, etwa von 11 – 4 Uhr, bei wenig Wind und milden Temperatuen ideal zum Spielen am menschenleeren Strand, was ordentlich genutzt wurde. Während die Mädels eine Stock – Hütte entdeckt umd umgestaltet haben, übte Felix die Kunst des Werfens mit Steinen. Wie weit kann ich werfen, geht das auch mit links, welche Steine sind am Besten? Außerdem wurden eifrig Überlegungen angestellt, ob man im Notfall so ein Karnickel zum Essen erlegen könnte – Sepiaschalen, die hier in jeder Größe herum liegen, dienten als Ziel. Gefühlt kam auf 50 Würfe ein Treffer, ein stolzes Ergebnis. Auch wurden Steine gesammelt, für jeden in der großen Familie ein ganz besonderes Exemplar. Wie wir die alle nach Hause kriegen muss noch besprochen werden 😅.

Als es kühler wurde ging es zum Einkaufen. Demnächst wird in Deutschland auch neben jedem Supermarkt ein riesiger Spielplatz mit Hüpftrampolin stehen, die Kids waren begeistert und werden davon berichten. Für die Großen hat das den Vorteil, dass der Nachwuchs den Shop samt Quengelware nicht von innen sehen will🤩.

Zum Abendessen – Mittags hatten die Brötchen hergehalten – gab es heute Spargel, Stellas Rezept, mit Erdbeeren und Schlagsahne (für Felix die Sahne pur) als Nachtisch. Zum Nachtisch – Nachtisch gab es 10 Gummibärchen, sauber durch Drei geteilt. Dabei haben wir ein Drittel und den seltsamen Bruch Null Komma Periode Drei kennen gelernt.

Kräftemäßig aufgetankt ging es noch einmal die Dünen rauf und runter, Konditionstraining für alle 😁. Anschließend saßen sie friedlich beim Unospiel, die Lesestunde ist angekündigt (Felix: „Muss ich?“ „Ja klar, ist gut für dich!“ „Na gut …“). Dann wird es nach – der Zuckerorgie mit geputzten Zähnen – in die Heia gehen …

Vorher aber hoppelte noch ein echtes Kaninchen ums Haus, das unbedingt von unserem Trio noch gesichtet werden wollte.

Es folgte die bereits avisierte Lesestunde diesmal am Kaminfeuer. Stella blieb erst am Feuer, dann aber doch eingerollt im Bett in der Pumawelt versunken. Felix hat – nach Lillis Vorleserunde – noch ein wenig exklusive Primetime für abwechselndes Lesen mit Oma angeschlossen.

Er liest nicht schlecht, dichtet aber bei Worten, die er nicht gleich einordnen kann, mächtig dazu – und verliert dann komplett den Faden der Geschichte. Das mag zu seiner Abneigung, sich mit dem Thema eigenes Lesen zu befassen, beitragen. Wechselseitiges Vorlesen von Abschnitten hilft ihm, sich besser zurecht zu finden, das müssen wir abends regelmäßig durchhalten um ihn voran zu bringen.

Herrlich, so ein Sekt am Feuer zum Abend 😉

Es geht los …

Ist alles gepackt und früh morgens nichts vergessen? Wer weiß, was den Entdeckern im Lauf des Tages alles begegnet. Zumindest wartet bereits das Zelt im Haus auf Übernachtungsgäste, damit es morgen gleich ganz früh auf die Piste gehen kann. „Löwi“ bewacht die Drei heute Nacht, wie man sieht.

Heute abend allerdings haben wir einen lieben Freund wiederentdeckt: Paprika ist wieder bei uns, Lillis Papagei von der letzten Tour in der Heide. Der feierte das Wiedersehen allerdings unfreiwillig mit einem Bad im (frisch geputzten) Klo. „Jetzt geht’s rund“ sprach der Papagei und flog in die Waschmaschine. Allerdings im Schnellprogramm, so dass Lilli ihn schnell wieder in die Arme schließen konnte. Nun ist Matratzenhorchdienst angesagt …

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Paprika weiß das auch und sitzt mitten im Nest, fertig zum Abflug. Wie immer ist’s im Flieger eng und so kuscheln alle auf Stella herum.

In Hamburg wurde erst mal der Elbtunnel gewürdigt, mit zugehörigem kleinen Stau. Hinter Hamburg wandelte sich die Kuschelrunde allmählich in einen lebhaften Affenstall, der die morgendliche Fütterung brauchte …

Herzhaft oder süß, ganz nach Wahl – für die Mädels auch beides. Und Wir? Natürlich ein leckeres Matjesbrötchen um den Norden zu begrüßen.

An der Grenze wurden wir vom Grenzbeamten nicht mal angesehen, 10 km später kam die Frage von Stella: „Wann sind wir endlich in Dänemark?“ Dann stellten wir fest, was alles anders hier ist. „Guck mal – die Pferde, die haben so blaues Fell!“ Stella: „Opa! Mensch, das sind Pferdedecken!!“

Auch konnten Witze die Fahrtzeit perfekt verkürzen (auch wenn der Groschen manchmal noch pfennigweise fällt, smile). „Ich habe gestern 2 Biber bein Essen beobachtet. Es gab Steg!“ Lange Pause. Dann Stella: „Das geht nicht.“ Nachdenken, dann: „Ach so – die essen ja Holz!“

Aber ist auch eine Kostprobe für einen sofortigen Lacher gefällig? „Ich glaube, die Ampel ist in mich verliebt! Sie wird immer so rot, wenn ich vorbei komme!“

Dann wurde Lichtspiegelungen auf der Straße entdeckt, was Anlass zu Reflexionen (Achtung Wortwitz) gab: „Guck, cool, eine Fata Morgana!“ „Nee, Wärme!“

Übrigens: „Was fährt da vor euch?“ Felix wie aus der Pistole geschossen: „Ein Mähdrescher!“ Stella korrigiert: „Ein Kackewegräumer!“ Wer hatte Recht? 😉

Dann nahm die Ankunft alle gefangen. Wo ist das Haus? Dürfen wir schon laufen? Die letzten 500 m wurden zu Fuß zurückgelegt, dem Weg zu den Dünen nach. „Das ist aber groß! Dürfen wir an den Strand?“ Nach der langen Fahrt wurden die 100 m zum Dünenübergang im Galopp zurückgelegt, ab ins sonnige Sand-, Strand- und Muschelparadies, wo es Steine, Sepiaschalen und salzwassergespülte Stöcke zu sammeln gab.

Es wurde kühl und wir wanderten mit Schätzen beladen wieder zum nahen temporären Heim, das nun erst richtig bezogen wurde. Betten beziehen, Koffer ausladen und ab ins sonnige Outdoor. Als sich der Hunger meldete, gab es Popcorn als Vorspeise. Dann entschieden wir auf Kartoffeln mit Quark, Rührei und Wackelpudding, rot, von Chef Lilli.

Alle lernten das Geheimnis eines guten Rühreis von Opa kennen: „Aber bitte mit Sahne!“ Stella steuerte als Kellnerin einen professionell gedeckten Tisch bei und alle bemühten sich – mit Rücksicht aufs Personal 😀 – sogar sehr sauber zu essen. Dann war noch eine Runde Spielen und draußen toben angesagt, die Kalorien mussten ja schließlich verbraucht werden.

Felix hat einen guten Fußball entdeckt, der gerade programmgemäß immer wieder in den Hundsrosen des Nachbarn landet.

Als es kühler wurde verzogen sich unsere Drei von allein nach drinnen. Müdigkeit ließ kein entspanntes Spiel mehr zu und so haben wir listig die Leserunde eingeführt.

Stella sprang sofort drauf an und hatte sich samt Pumawandler Band ruckzuck ins Bett verzogen. Felix zog eine leichte Schnute: „Ich mag kein Lesen!“, ließ sich aber doch drauf ein im Wohnzimmer in unserer Nähe (und Aufsicht LOL) die Drei ??? in der Bundesliga zur Hand zu nehmen. Ich habe ihn sogar kichern hören …

Lilli hat den Vorleseabend mit Kokosnuss an meiner Seite eingerollt genossen und wollte ins Bett getragen werden. Stella schaute aus dem Kinderzimmerhochbett von ihrem Buch auf und fragte: „Oma, was is das denn für ne komische Überschrift in Kapitel 9: Zoof im Gran Canone“? Ich habe ihr versprochen morgen gemeinsam die Bilder vom Gran Canyon einmal anzuschauen und ihr das Wort „Zoff“ erklärt, dass sie erfreulicherweise noch nicht kannte 🙂.

Nun reisen sie nach einer Zahnputzrunde ins Schlummerland im Hochbettparadies. Die Hefe für das Brot morgen gärt, die Listen zum Einkauf sind in Joint Venture von Felix und Stella klar gemacht, der Sonnenuntergang ist über den Dünen ein Traum – Prost!

Die Vorbereitungen laufen

Die Überlegungen laufen – welche Rezepte dürfen mit auf die Reise? Denn hier ist jede und jeder ein Koch. Aber erst müssen wir mit den Einkaufslisten die Läden stürmen. Eine Gourmande und eine kleine Süßschnute haben wir auf jeden Fall dabei , wie man an den am heutigen Vorbereitungstag gemeinsam erarbeiteten Vorschlägen für kindgerechte Ernährung leicht erkennen kann. Hier waren unsere Mädels Stella und Lilli gefragt, Felix musste sich zur gleichen Zeit noch kräftig im Team sportlich betätigen.

Zur Erholgung war im Anschluss der Garten ein Anziehungspunkt, besonders die Steine, die in jeder Art und Weise bearbeitet wurden. Auch wurden Modetipps ausgetauscht, schließlich muss frau für die Fahrt angemessen ausgestattet sein.

Zu Mittag wurde dann Einiges der Rezeptvorschläge als Test- und Benimm-Essen gleich in die Tat umgesetzt. Wir haben nun eine Sauce Hollandaise Expertin im Haus, die diese in Null-komma-Nichts herstellen kann (frag das Familien Kochbuch ;))! Besonders fanden aber auch die von Oma und Lilli gemeinsam in Schokolade getauchten Erdbeeren zum Nachtisch Anklang.

Gestärkt ging es daran die natürlich auf großer Fahrt auch benötigten physischen Talente zu üben. Während der Wölflinge Nachwuchs Lilli trainiert werden wollte, war Stella in der Werkstatt mit Hammer und Meißel zu Gange. Holz ist keine Herausforderung – heute mussten es Steine sein. Ein sorgfältig hergestelltes und verpacktes Geschenk für Felix war das Ergebnis …

Zum Abendessen katapultierten wir uns in die Steinzeit. Es gab Stockbrot am Lagerfeuer mit Quark – und Hagelzucker – ohne kompliziert bedienbares Besteck, was allen schmeckte. Schön, dass man das Getreise dazu heute nicht mehr auf dem Mahlstein mahlen muss! Gestärkt tobten die beiden kleinen Hexen durch den Garten, sammelten Kräuter, fischten Schnecken aus dem Teich – iihh! Außerdem rührten sie in der Regentonne den ultimativen Zaubertrank an. Leider konnte der nicht die zu Besen umfunktionierten Stockbrot-Stäbe zum Fliegen bringen …